Amidou ist heute früh mit starken Bauchschmerzen aufgewacht. Er krümmt sich. Seine kleine Schwester streicht ihm über den Kopf. Die 8-Jährige macht sich aber keine großen Sorgen, denn sie hat von einem etwas älteren Mädchen gehört, dass in ein paar Stunden wieder das Don Bosco Mobil durch die Straßen ihres Armenviertels fahren wird. Dann wird sie die Mitarbeiter zu ihrem kranken Bruder bringen und er bekommt Hilfe.
Der kleine Bub und seine Schwester sind zwei von rund 4.000 Kindern, die ohne Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung auf den Straßen der sierra-leonischen Hauptstadt Freetown schlafen und arbeiten müssen. Die meisten Kinder leben auf der Straße, da ihre Familien nicht in der Lage sind, sie ausreichend zu versorgen. Viele haben ihre Eltern durch Ebola verloren oder wurden verstoßen, nachdem sie den „Hexenfluch“ Ebola überlebt hatten. Immer wieder fliehen Kinder auch vor häuslicher Gewalt oder missbräuchlichen Arbeitsverhältnissen. Denn um zu überleben, müssen sie jeden Job annehmen, der sich ihnen gerade bietet. Aufgrund der schlechten Lebens– und Arbeitsbedingungen leiden viele dieser Straßenkinder aber an schweren Erkrankungen und Unterernährung. Zahlreiche Kinder sind auch Opfer von Menschenhandel.
„Die Straße bedeutet Gewalt, Gesetzlosigkeit, Alkohol, Drogenmissbrauch, sexuelle Übergriffe. Die Straße ist kein Ort für ein Kind“, weiß Jorge Crisafulli. Der engagierte Salesianerpater ist Leiter von Don Bosco Fambul und in den Slums der Hauptstadt bei allen Menschen bekannt und beliebt. Das von Jugend Eine Welt seit Jahren unterstützte Straßenkinderzentrum Don Bosco Fambul (kreolisch: Familie) ist die größte Hilfseinrichtung für auf der Straße lebende Kinder in Freetown. Anhand eines umfassenden Konzepts erreichen die MitarbeiterInnen besonders gefährdete Kinder in zahlreichen Stadtteilen von Freetown.
Dabei setzen sie auf das Don Bosco Mobil, einen speziell für diesen Zweck ausgebauten Bus, mit dem sie jede Nacht durch die Straßen der sierra-leonischen Hauptstadt fahren und den Straßenkindern professionelle Hilfe durch SozialarbeiterInnen, PsychologInnen und medizinischem Fachpersonal anbieten. Die Kinder bekommen eine warme Mahlzeit und werden zudem über Menschen- und Kinderrechte aufgeklärt, erhalten Informationen zur Vorbeugung von Erkrankungen wie Hepatitis und HIV, können an gemeinsamen Leseabenden teilnehmen und werden bei Bedarf in der mobilen Krankenstation des Don Bosco Mobils versorgt. Neben diesen wichtigen Erstmaßnahmen ist es zudem ihr Ziel, die Kinder wieder in ihre Familien oder diverse Wohnprojekte zu integrieren.
Bereits seit 1998 setzt sich Don Bosco Fambul für die Rechte von Kindern und Jugendlichen in Sierra Leone ein. Ziel des Kinderschutzzentrums ist es, besonders gefährdeten Kindern wirkungsvoll und nachhaltig zu helfen. Zu den Begünstigten gehören unter anderem Straßenkinder, Opfer von Menschenhandel, Zwangsprostitution und Vergewaltigungen sowie missbräuchlicher Kinderarbeit. Heute ist Don Bosco Fambul eine der wichtigsten Institutionen des Landes für den Schutz und die Einhaltung von Kinderrechten.
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